Kunststoff und Klimaschutz – ein erstaunlich gutes Team
Interessante Erkenntnisse aus dem Nachhaltigkeitsbericht der Brückner Group
Wie kann ein mittelständisches Unternehmen seinen ökologischen Fußabdruck verbessern? Wie lässt sich der weltweite Kunststoffabfall deutlich reduzieren? Spoiler: Es klappt nicht, wenn man den Kopf in den Sand steckt. Besser: Kluge Köpfe zusammenstecken und gemeinsam Lösungen entwickeln. Innovative Technologieführerinnen wie die Brückner Group können gerade in der Kunststoffbranche entscheidende Schritte setzen.
Was sind die Nachhaltigkeitsziele der Brückner Group? Bis 2050 will man bei den direkt verursachten Emissionen klimaneutral sein. Außerdem sollen die jährlichen Scope 1 Emissionen (zum Beispiel durch Firmenfahrzeuge und Erdgas) sowie die Scope 2 Emissionen (durch Stromnutzung) bis zum Jahr 2030 um 50 % gesenkt werden, ausgehend vom Basisjahr 2023.
Warum Klimaschutz und Kunststoff gut zusammenpassen
Kunststoffverpackungen stehen heute vielfach in der Kritik. Schließlich kennen alle die Bilder von Plastikmüll, der die Weltmeere verunreinigt. Fest steht aber auch: Ohne Kunststoff geht es nicht. Die Weltbevölkerung wächst. Es müssen Lebensmittel in großen Mengen produziert und möglichst frisch zu den Verbraucher*innen gebracht werden. Und da bietet Kunststoff entscheidende Vorteile:

Kunststoff leistet als Material einen wertvollen Beitrag für Nachhaltigkeit. Denn Kunststoffverpackungen ...
- schützen Lebensmittel vor Verderb und schonen so Ressourcen.
- verbrauchen weniger Energie bei der Herstellung als Verpackungen aus Aluminium, Weißblech oder Glas.
- sorgen durch ihr geringes Gewicht für Energieeinsparungen beim Transport.

Kunststoff ist ein Wertstoff. Und die Kreislaufwirtschaft für diesen Wertstoff muss kontinuierlich ausgebaut und optimiert werden – und zwar weltweit.
Der Nachhaltigkeitsbericht der Brückner Group: Konkrete Lösungen für konkrete Herausforderungen
Im 2024 veröffentlichten Report werden zahlreiche Initiativen vorgestellt, mit denen die Unternehmensgruppe ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen möchte. Was alle Maßnahmen gemeinsam haben? Ganz schön raffinierte Ideen:
Kreislaufwirtschaft: „reduce – reuse – recycle“
Kunststoffabfall verringern, wieder verwenden, wieder verwerten. Anders als etwa bei Metall oder Glas ist das Kunststoff-Recycling deutlich komplexer, denn es kommen spezifische Aufgabenstellungen hinzu, wie etwa unterschiedliche Farben der Kunststoffe, Materialkombinationen, Beschichtungen, Etiketten, Druckfarben und ähnliches. Damit man Kunststoffsorten effizient sortieren und trennen kann, muss die spätere Verwertung schon bei der Entwicklung eines Produkts berücksichtigt werden.
Gute Farben, schlechte Farben
Die Initiative PrintCYC hat unter aktiver Mitwirkung von Unternehmen der Brückner Group in den letzten Jahren den Einfluss von Druckfarben auf die Rezyklierbarkeit von Folien untersucht. Als Resultat des Projektes wurden bestimmte Druckfarben als „nicht rezyklierbar“ eingestuft, während andere Druckfarben beim mechanischen Recycling eine gute Rezyklierbarkeit aufweisen.
Manche Pionierleistungen passieren beim Zähneputzen
PackSys Global ist ein Gründungsmitglied des „Plastic Squeeze Tube Recycling Project”. Ein wesentliches Ziel dieser Vereinigung ist es, das Tubendesign so zu gestalten, dass eine gute Wiederverwertbarkeit gewährleistet ist. Im April 2024 wurde ein Meilenstein erreicht. Untersuchungen haben ergeben, dass mittlerweile über 90 % der Zahnpastatuben und über 75 % aller HDPE-Kunststofftuben auf dem US-Markt ein recyclingfähiges Design aufweisen.
Dünn, aber oho! Die neuen Inline-Beschichtungen für eine Vielzahl von Anwendungen
Die besten Barriereeigenschaften bei Lebensmittelverpackungen werden heute durch Materialverbünde erreicht – etwa durch Kombinationen aus Kunststoff und Aluminium. Solche Materialien sind jedoch fürs Recycling nicht geeignet. Durch die neuen Inline-Beschichtungen (nasschemische Beschichtungen auf Wasserbasis) der Brückner Servtec können dieselben Barriere-Eigenschaften für reine Kunststofffolien erreicht werden. Die fertige Folie ist dabei voll recyclingfähig. Bereits mehrere Kundenanlagen wurden erfolgreich mit dieser neuen Technologie aufgerüstet.

Eine bewährte Partnerin der Brückner Group: die Sonne
An mehreren Standorten der Brückner Group Unternehmen wird Solarstrom eigenständig produziert. Zum Beispiel im thailändischen Rayong: Seit Dezember 2023 kann ein Großteil des täglichen Strombedarfs für den 16.300 m2 großen Standort mittels der auf dem Parkdeck installierten Photovoltaikanlagen abgedeckt werden.

Unter Strom: Ladevolumen von E-Autos stark im Anstieg
Im Jahr 2023 hat sich der Strombezug für das Laden von E-Autos allein am Standort Siegsdorf verdoppelt. Aufgrund der starken Nachfrage stockte das Unternehmen die Anzahl der E-Ladesäulen erheblich auf, von 14 auf nunmehr 39. Und wer auf dem Weg zur Arbeit neben CO₂-Emissionen auch auf Strom verzichten möchte: Mit dem Jobrad Angebot an mehreren Standorten unterstützt Brückner den Umstieg auf das Fahrrad.

Was kann man noch zum Ressourcenschutz sagen? Guten Appetit!
Auf der Maschine „NATUREFORMER KFT 90“ von Kiefel werden Verpackungen aus nachwachsenden und biologisch abbaubaren Rohstoffen oder Pflanzenresten hergestellt.

Die ehrliche Bilanz: CO₂-Emissionen der Brückner Group
2023 erfolgte die Einführung einer gruppenweiten Software zur Erfassung von Nachhaltigkeitskennzahlen. Mit dieser sogenannten ESG-Software kann auch der CO₂-Fußabdruck berechnet werden.
CO₂-Emissionen der Brückner Group
(in Tonnen CO₂-Äquivalente)
|
2022 |
2023 |
|
|---|---|---|
|
Scope 1 |
2.531 |
2.490 |
|
Scope 2 |
2.879 |
4.690 |
|
Scope 3 |
14.144 |
48.839 |
Die Ergebnisse:
Scope 1: Direkte CO₂-Emissionen, vor allem aus dem Einsatz von Firmenfahrzeugen, Erdgas und Kühlmitteln. So führte ein deutlich niedrigerer Gasverbrauch zu einer Senkung der Werte von 2022 auf 2023.
Scope 2: CO₂-Emissionen aufgrund von Stromnutzung. Der Anstieg im Scope 2 erklärt sich dadurch, dass 2023 mehrere neue Standorte der Brückner Group zum ersten Mal ins Reporting mit einbezogen wurden, wie zum Beispiel in den USA und Thailand.
Scope 3: CO₂-Emissionen durch externe betriebliche Abläufe, wie etwa in der Lieferkette, beim Transport oder bei Geschäftsreisen. Der Anstieg in Scope 3 ist hauptsächlich auf die erstmalige Bilanzierung von Transportemissionen zurückzuführen.
Tipp: Wie lässt sich erkennen, ob ein Nachhaltigkeitsbericht wirklich transparent ist?
Adina Mittmannsgruber: „Ein Qualitätskriterium ist sicher, dass sich das Unternehmen an internationale Standards hält, wie zum Beispiel den Reporting Standards der GRI (Global Reporting Initiative). Das heißt, man kann nicht einfach Themen unter den Tisch fallen lassen und nur die für die Unternehmen günstigen Nachrichten präsentieren, sondern muss ganz bestimmte inhaltliche Vorgaben erfüllen.“ Der Nachhaltigkeitsbericht der Brückner Group richtet sich nach dem GRI Index.
„Die Brückner Group hat beim Nachhaltigkeitsbericht eine Vorreiterrolle innerhalb der Branche eingenommen“, sagt Adina Mittmannsgruber.
Außerdem können wir durch unsere Mitgliedschaft in der ‚Alliance to end Plastic Waste‘ spürbare Fortschritte für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft auf internationaler Ebene erzielen. Insgesamt ein sehr beachtlicher Einfluss für ein mittelständisches Unternehmen aus Bayern!
Den vollständigen Nachhaltigkeitsbericht der Brückner Group können alle Interessierten hier downloaden:

