Die grüne Plastikrevolution
So machen neue Technologien die Kunststoffindustrie immer nachhaltiger
Plastik oder Klimaschutz? Warum „oder“? Gerade die Kunststoffindustrie bietet enorme Potenziale, um ökologische Ziele konsequent zu verwirklichen. Vor jedem entscheidenden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gibt es eine technologische Innovation, vor jeder technologischen Innovation gibt es eine außergewöhnliche Idee. Solche Geistesblitze entstehen nicht im stillen Kämmerlein eines Nerds, sie werden entwickelt im Team von hochqualifizieren Expert*innen.
Tagtäglich tüfteln genau diese in den Forschungsabteilungen und Innovationszentren der Brückner Group mit großer Leidenschaft an Lösungen, die wirklich etwas bewirken: ökonomisch, weil sie die Effizienz von Prozessen steigern und zum Beispiel dabei helfen, Ressourcen zu sparen. Und ökologisch, weil sie die Umweltbelastungen reduzieren. Hier ein paar Meilensteine, die die Brückner Group im Bereich der Grünen Innovationen erreicht hat:
Brückner Servtec: Die Kunst des Verdünnisierens
Brückner Servtec bietet technische Modernisierungen an, um die Einsatzfähigkeit bestehender Anlagen teilweise auf über 40 Jahre zu verlängern. Zudem rüsten die Spezialist*innen des Service-Partners ältere Systeme um, damit diese neue, umweltverträgliche Produkte herstellen können.

Mit der Inline-Beschichtungstechnologie (Inline Coating Technology) wird während der Folienherstellung eine dünne, gleichmäßige Beschichtung aufgetragen. Durch einen weiteren Behandlungsschritt der Folie kann eine hohe Barrierewirkung erreicht werden. Das heißt, die Folie schützt den Verpackungsinhalt, zum Beispiel Lebensmittel, sicher vor äußeren Einflüssen wie Dämpfen oder Gasen. Und sie ist dank ihrer dünnen Beschichtung voll recyclingfähig.
KPI Check: je effizienter, desto nachhaltiger
Mit dem KPI Check von Brückner Servtec können Kund*innen ihre Anlagen auf ihre Effizienz hin überprüfen lassen. Wie hoch ist die Produktionsleistung? Wie sparsam werden Ressourcen eingesetzt? Wie stark ist der Energieverbrauch? Die speziell ausgebildeten Ingenieur*innen von Brückner Servtec analysieren gezielt die unterschiedlichen Kriterien und schlagen auf dieser Basis konkrete Optimierungsmaßnahmen und mögliche Umbauten vor.
Brückner Maschinenbau: aus 3 mach 1. Der Trend zu Monomaterialien
„Wir wollen Laminate aus einem einzigen Kunststofftyp herstellen“, sagt Benjamin Duerr, Nachhaltigkeitskoordinator von Brückner Maschinenbau, dem weltweit führenden Anbieter von Folienstreckanlagen. Aktuell bestehen die Folien aus zwei bis drei Lagen mit jeweils unterschiedlichen Eigenschaften und Funktionen. Für diese speziellen Anforderungen wurden bisher unterschiedliche Kunststoffarten eingesetzt. Brückner Maschinenbau entwickelt jetzt gemeinsam mit Partnern Mehrschichtfolien aus nur einem Kunststofftyp. Dieses Monomaterial kann nach Gebrauch viel besser in den Recyclingprozess eingebunden werden.“ Woran wird aktuell noch geforscht bei Brückner Maschinenbau?
Eine große Herausforderung beim Recycling von Kunststoffen: Wie kann man Druckfarben von der Verpackung lösen? In Kooperation mit Partnern aus der Wertschöpfungskette forscht Brückner Maschinenbau an einer innovativen Beschichtung, die es ermöglichen soll, Druckfarben im Recyclingprozess leichter zu entfernen.
Aus gebraucht wird hochwertig und neu
Brückner Maschinenbau arbeitet an der Herstellung von marktfähigen Folien mit mindestens 35 % PCR-Anteil. PCR steht für „Post-Consumer-Recycled“. Dabei handelt es sich um Kunststoff, der aus bereits genutzten Kunststoffprodukten hergestellt wird. Diese rezyklierten Kunststoffe sollen erneut zu Verpackungen verarbeitet werden, die hohe Qualitätsstandards erfüllen.

Biopolymere gehören seit langem zum Portfolio von Brückner Maschinenbau. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Kunststoffe, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und biologisch abbaubar sind.

Langfristiges Ziel ist es, ein nachhaltiges Lebensmittelverpackungskonzept durch die Entwicklung marktfähiger Folien aus Biopolymeren zu erreichen.
PackSys Global: Volle Tube umweltfreundlich!
PackSys Global, ein Unternehmen der Brückner Group mit Sitz in der Schweiz, ist bekannt für die Herstellung modernster Verpackungsmaschinen, zum Beispiel für die Kosmetik- und Pharmabranche. Gerade auf dem Gebiet des Tubendesigns konnten die PackSys Expert*innen bereits bahnbrechende Fortschritte erzielen.
Der neueste Trend bei Plastiktuben: Man trägt jetzt schulterfrei
Januar 2025. Auf der Paris Packaging Week stellte PackSys Global eine ressourcenschonende Entwicklung bei Tubenverpackungen vor.

Julius Läubli, Leiter der Forschung & Entwicklung bei PackSys Global: „Das sogannte noSho Design von PackSys Global kommt ohne herkömmliche Schultern und Verschlüsse aus. Denn der Verschluss wird direkt in den Tubenkopf integriert. Das führt zu einer leichteren und schlankeren Tube, die den Kunststoffverbrauch massiv (bis zu 80%) verringert und zugleich die Produktion vereinfacht.“
Zwei Schichten – einfach trennen: Detachable Tuben
Eine völlig neue Tubenart: Die Detachable Tuben von PackSys Global bestehen aus einer hauchdünnen Laminattube mit einer abtrennbaren Papierschicht. So verringert sich der Kunststoffanteil um bis zu 67 %, ohne Nachteile bei der Stabilität oder Funktionalität der Tuben.

Nach dem Gebrauch ermöglicht die kinderleichte Trennung von Papier- und Laminatschicht ein sortenreines Recycling.
Kiefel: „Dünnere Folien bei Infusionsbeuteln? Wir können das!“
Kiefel, ein Unternehmen der Brückner Group, baut Maschinen, auf denen verschiedene medizinische und pharmazeutische Beutel gefertigt werden können. Unter anderem Infusionsbeutel. Normalerweise sind Folien für diese Beutel 0,2 mm dick. Kiefel hat die Verarbeitungsprozesse optimiert und kann jetzt auch IV-Beutelfolien mit nur mehr 0,12 mm schweißen. Das bedeutet also eine Materialeinsparung um 40 % – und das bei gleich hoher Qualität.

Rupert Gschwendtner, Head of R&D Medical bei Kiefel: „Je dünner die Folie, desto präziser muss natürlich die Maschine funktionieren. Wenn man Material einspart, darf die Qualität nicht darunter leiden, aber wir können das! Weil wir uns bei Kiefel über Jahrzehnte hinweg Expertise aufgebaut haben – gerade auch bei der Verarbeitung von sehr dünnen Folien.“ Die Vorteile dieser Folien in puncto Nachhaltigkeit? Man benötigt weniger Material bei der Produktion und verursacht deutlich weniger Abfall.
Innen Lebensmittel. Außen Natur
Auf der NATUREFORMER KFT 90.1 Maschine werden Verpackungen aus nachwachsenden und biologisch abbaubaren Rohstoffen oder Pflanzenresten produziert.

Die Maschine formt eine dünne Schicht der in Wasser gelösten Fasern zu Produkten wie Verpackungssschalen, Getränkedeckeln oder Kapseln, etwa zur Verpackung von Snack-Food, gefrorenen Lebensmitteln, Margarine oder Kaffee.
Was sind die nächsten Projekte? „Es gibt sehr viele Ideen, die ich hier noch nicht so verraten darf“, meint Rupert Gschwendtner mit einem Schmunzeln. „Aber so viel kann ich sagen. Wir haben einige sehr spannende Neuentwicklungen auf Lager, um unsere Branchen noch nachhaltiger zu gestalten.“
